Weniger > Mehr

Momentan gebe ich viele Interviews zu meinem ersten Buch »Zen Style – Bewusst, minimalistisch und selbstbestimmt leben«.

Dabei werde ich immer wieder gefragt, was eigentlich die Kernaussage von »Zen Style« ist.

Es geht darum, dass eine bewusste Reduktion auf verschiedenen Ebenen nach meiner Erfahrung zu mehr Glück und Zufriedenheit führen kann.

Dieser Umstand erscheint uns zunächst widersinnig. Wir glauben in der Regel, dass nur ein »Mehr« uns befriedigen wird. Stets geht es darum, etwas zu erreichen, zu erleben oder zu gewinnen, jedenfalls unserem Leben etwas hinzuzufügen.

Wenn wir erst den*die richtige*n Partner*in gefunden haben, den richtigen Job, die richtige Wohnung und das richtige Auto, dann werden wir endlich glücklich sein. Wir wollen beruflich »vorankommen« und uns ständig »verbessern«.

Wir sind so besessen von dieser Vorstellung, dass wir gar nicht darauf kommen, dass der Weg zum Glück uns nicht über ein »Mehr«, sondern über ein »Weniger« führen könnte, über eine Subtraktion anstatt einer Addition.

Dabei kann freiwillige Reduktion unser Leben und unseren Alltag vereinfachen und damit ganz wesentlich zu unserem Wohlbefinden beitragen.

Drei Beispiele:

👉 Weniger Konsum bedeutet weniger Ausgaben, ein kleinerer ökologischer Fußabdruck und weniger Zeit, die wir für die Pflege und Instandhaltung von Dingen aufwenden. Konsum taugt nicht als dauerhafte Glücksquelle.

👉 Weniger Termine bedeutet weniger Stress im Alltag und eine Fokussierung auf die wirklich essenziellen Themen und Projekte. Die Glorifizierung von Geschäftigkeit muss aufhören.

👉 Weniger Erwartungen – an andere wie an uns selbst – bedeutet insgesamt weniger Druck und Anspannung, weniger Angst und weniger Enttäuschung. Akzeptanz ist der Schlüssel.

Es gibt noch so viele andere Lebensbereiche, in denen ein »Weniger« im Außen zu innerer Kraft und Fülle führen kann.

Berlin, 2.12.2021