Weißer Fleck

In seinem Buch “At the End of the World: A True Story of Murder in the Arctic” zeichnet Lawrence Millman einen Mordfall nach, der sich im Jahr 1941 unter der Inuit-Bevölkerung auf den kanadischen Belcherinseln ereignete. Millman ist ein Reiseschriftsteller aus Massachusetts, ein Umweltschützer und Technologiegegner, der sich zur Bewegung der “Neo-Luddites” bekennt. Empfohlen wurde das Buch von Paul Kingsnorth, selbst Anhänger dieser Philosophie, die sich gegen die Auswüchse moderner Technologie und den allgegenwärtigen Konsumismus wendet.

Um den Mordfall geht es im Buch tatsächlich nur am Rande; vielmehr geht es darum, wie der moderne Technokapitalismus letztlich auch die entlegensten Gegenden der Erde erschließt.

In an email he sent me a year or so ago, Taliriktuk wrote, “Everyone here in Sanikiluaq, they’re all going digital now, and they don’t look at nothing else. Me, too! Haha, I am how you say it screened-in. …”

The subtext of Taliriktuk’s email: the Belcher Islands, extremely remote only a hundred years ago, had become part of Cyberia and are now no more remote than Paris, London, Moscow, New York, Capetown, Tashkent, Albuquerque, or Peoria, Illinois. Of what value is a digital device without a blank spot on the map?

Berlin, 21.11.2021