Provinz

Samstag. Ausflug nach Mecklenburg-Vorpommern. Der Tag startet kühl und grau, doch gegen Mittag klart es auf. Wir sitzen mit einigen Familienmitgliedern in der Sonne, auf einem riesigen Grundstück mit zahlreichen Riesen-Lebensbäumen, Scheunen und Nebengelässen, in einem Dorf, das insgesamt nur aus maximal zwanzig Häusern besteht. Hinter dem Haus beginnt das Feld, der Mais steht an die zwei Meter hoch. Die polnische Grenze ist nah.

Die Einsamkeit zieht mich an. Grundstücke sind durchaus bezahlbar, aber hier leben? Nach wie vor ungeklärt: Würde man nicht doch die Annehmlichkeiten der Großstadt vermissen? Allerdings: Sind nicht genau diese Annehmlichkeiten in den letzten Jahren immer unwichtiger geworden? Jemand schrieb neulich, irgendwie ganz treffend: “Es beschweren sich deutlich zu viele 40-Jährige darüber, dass die Clubs immer noch geschlossen sind.”

Berlin, 4.9.2021