Novemberferien (2)

Am Vormittag fahre ich mit C. und dem Hund raus aus der Stadt, aufs offene Feld. Wir gehen im Herbstlaub spazieren, nicht weit, denn der Hund muss noch geschont werden.

Am Nachmittag mit dem Rad nach Prenzlauer Berg. Ich treffe H. vor einem meiner Lieblingscafés, und obwohl es kalt und schon fast dunkel ist, sitzen wir draußen und trinken unsere Flat Whites. Ich kenne H. noch aus einer Zeit, als ich in der Redaktion in der Köpenicker Straße saß; er saß in einer anderen Redaktion, in einem anderen Büro im selben Haus, und beschäftigte sich mit anderer Musik und anderen Themen, aber im Prinzip machten wir denselben Job. Heute stellen wir fest, dass wir doch sehr ähnlich musikalisch sozialisiert sind und uns für sehr ähnliche Musik interessieren. Das Wiedersehen ist angenehm, das Gespräch fließt mühelos, und wir versprechen uns zum Abschied, das nächste Treffen nicht so lange hinauszuzögern.

Abends esse ich mit M. beim Inder. Wir sprechen über Musik und Freundschaft und das Leben als mittelalte Großstadtbewohner in Zeiten der vierten Welle der Pandemie. Auf dem Rückweg ist es bitterkalt, zum ersten Mal in diesem Herbst friere ich auf dem Rad.

Berlin, 2.11.2021