Fragen

Vor etwa zehn Jahren entdeckte ich die Lebensphilosophie des Minimalismus und verschlang alle möglichen Blogs und Bücher zum Thema.

Ich begann damit, meinen Besitzstand zu entrümpeln. (Ja, ich war einer dieser Typen mit einem akkuraten Spreadsheet, das alle Gegenstände auflistet, die sich in meinem Besitz befinden.)

Ich begann, die Vorteile dieser Reduktion zu spüren. Nach meinem Kleiderschrank und meiner Plattensammlung durchforstete ich nun auch alle anderen Lebensbereiche auf Überflüssiges:

✅ meinen Terminkalender
✅ meinen Berufsalltag
✅ meine Reisen
✅ meine Ausgaben
✅ meine Beziehungen und Freundschaften
✅ meine Gedanken

Im Zuge dieses Prozesses stellte ich mir viele Fragen und versuchte, sie ehrlich zu beantworten:

👉 Welche Kontakte geben mir Kraft, welche ziehen mir nur Energie ab?

👉 Wieviel sozialen Kontakt brauche und möchte ich überhaupt?

👉 Welche Tätigkeiten bereichern mein Leben nachhaltig, welche dienen nur der Betäubung und Ablenkung?

👉 Welchen Projekten will ich meine Kreativität widmen? Was gibt es für mich dabei zu gewinnen? Geld? Spaß? Lerne ich etwas?

👉 Wie sieht Erfolg aus? Was macht mich wirklich glücklich?

Indem wir die Antworten auf diese Fragen finden und umsetzen, werden wir zur konsequenten Kurator*in des eigenen Lebens. Wir befreien uns von unnötigem Krempel, der unsere Lebenszeit in Beschlag nimmt.

In meinem Buch »Zen Style« geht es auch um diese Praxis, die ich »Alltagskuration« nenne. So sorgfältig wie wir eine gute Playlist zusammenstellen, können wir auch unseren Tagesablauf kuratieren. Dabei ist das Sequencing entscheidend.

Berlin, 25.11.2021