Dr. Lee, PhD

Gestern ist Lee “Scratch” Perry gestorben. Seine letzten Tage verbrachte er in einem Krankenhaus in der kleinen Küstenstadt Lucea im Nordwesten von Jamaika, ganz in der Nähe von dem kleinen Dorf im Landesinneren, wo er vor 85 Jahren geboren wurde.

Ich erinnere mich, wie mir Jan einmal auf Sardinien erzählte, dass der ikonische Produzent stets Marihuana-Rauch auf das Studio-Equipment gepustet und die Aufnahmebänder in der Erde vergraben haben soll. Viele seiner Dub-Mixe sollen live am analogen Pult entstanden sein. Das sind aber nur ein paar der vielen Legenden, die sich um ihn ranken.

Auch wenn dieser Schamane des Dub-Reggae fünf Jahrzehnte innovative Musik produzierte, hat es mir seine Black-Ark-Periode von 1973 bis 1978 immer noch am meisten angetan. Heute vormittag höre ich zu seinen Ehren ein paar meiner Lieblingsalben aus seiner Diskografie: “Blackboard Jungle Dub”, “Revolution Dub”, “Super Ape” und “Heart of the Congos”.

Übrigens hat David Katz eine sehr gute Biografie über Lee Perry geschrieben (“People Funny Boy“), die leider recht schwer zu finden ist, aber Ethan Higbee und Adam Bhala Lough haben auch einen ziemlich guten Film über ihn gedreht (“The Upsetter“).

Berlin, 30.8.2021